stellv. Sprecherin des SFB 1066

Prof. Dr.  Katharina  Landfester
Prof. Dr. Katharina Landfester
Director
Telefon:+49 (0)6131 379-130

C.V. & Research

MPIP - Pressemeldung

MPI-P an neuem Sonderforschungsbereich: "Nanodimensionale polymere Therapeutika für die Tumortherapie" beteiligt

Tumorimmuntherapie im Fokus: Mainzer Chemiker und Mediziner entwickeln nanopartikelbasierte Tumortherapie

27. Mai 2013


Mainz. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) „Nanodimensionale polymere Therapeutika für die Tumortherapie“ ein. In diesem SFB 1066 soll ab Oktober 2013 eine nanopartikelbasierte Tumortherapie gegen das Melanom als immunogenen Modelltumor entwickelt werden. Der neue SFB wird mit rund elf Millionen Euro auf vier Jahre gefördert. Die Mainzer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fokussieren dabei auf eine Tumorimmuntherapie, die besonders geeignet ist, auch minimale Resterkrankungen, etwa versteckte Metastasen, dauerhaft zu eliminieren. Den neuen SFB 1066 charakterisiert dabei insbesondere seine Interdisziplinarität: Chemiker befassen sich sowohl mit der synthetischen Machbarkeit als auch mit den Struktur-Eigenschaftsbeziehungen der Trägermaterialien, während Immunologen und Biomediziner Konzepte zur optimalen Einsetzung solcher Träger entwickeln – im Sinne einer Kombinationstherapie zur Aktivierung des Immunsystems gegen den Tumor. Sprecher des neuen DFG-Sonderforschungsbereichs ist Univ.-Prof. Dr. Rudolf Zentel vom Institut für Organische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, stellvertretende Sprecher sind Univ.-Prof. Dr. Stephan Grabbe von der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin der JGU und Prof. Dr. Katharina Landfester vom MPI-P in Mainz. Dem Vorstand gehören darüber hinaus Univ.-Prof. Dr. Detlef Schuppan von der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin der JGU und als Vertreter des wissenschaftlichen Nachwuchses Dr. Mathias Barz vom Institut für Organische Chemie der JGU an.

Die Kombination der Expertise der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung als einer der führenden Polymerchemie-Standorte in Deutschland mit der ebenfalls exzellenten Forschungsstruktur auf dem Gebiet der Tumorimmuntherapie der Universitätsmedizin Mainz ermöglicht es, diese Thematik in großer Breite zu bearbeiten. „Mit dem neuen SFB werden diese in der Forschung sehr starken Bereiche zusammengeführt, um einerseits den Naturwissenschaftlern neue Herausforderungen im Bereich der Medizin zu eröffnen und andererseits die medizinische Forschung stärker naturwissenschaftlich auszurichten“, erklärt der Sprecher des Sonderforschungsbereichs, Univ.-Prof. Dr. Rudolf Zentel.  „Forscher aus der Chemie werden zusammen mit Immunologen und Biomedizinern neuartige, multifunktionelle nanodimensionale Therapeutika entwickeln, um Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen möglichst zellspezifisch freizusetzen und auch empfindliche Wirkstoffe, zum Beispiel RNA, therapeutisch einsetzbar zu machen. In stark interdisziplinärer Weise werden wir innovative Therapieansätze aus Immunologie und Onkologie mit der Synthese einer großen Breite von gut charakterisierten und geeignet funktionalisierten polymerer Nanopartikeln und einer sauberen physikochemischen Charakterisierung im biologischen Umfeld kombinieren.“

Aufseiten der Chemie geht es dabei um die Synthese wohldefinierter polymerer Trägersysteme, ihre Modifizierung, Funktionalisierung und Beladung mit geeigneten Wirkstoffen. Darauf aufbauend erfolgt die Erprobung der Trägersysteme in den Querschnittsprojekten bezüglich Wechselwirkungen in extrazellulären Medien, Zellaufnahme und Körperverteilung. „Von der biomedizinischen Seite aus werden diese Systeme dann in einer kombinierten Tumorimmuntherapie erprobt, die auf der gezielten Induktion einer Entzündung im Tumor, der Stimulation der Immunantwort  und auf der Neutralisation von Tumortoleranz beruht“, so Univ.-Prof. Dr. Stephan Grabbe, Direktor der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz.

Max-Planck-Institut für Polymerforschung

Das 1984 gegründete Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) zählt zu den international führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Polymerwissenschaft. Durch die Fokussierung auf so genannte weiche Materie und makromolekulare Materialien ist das Max-Planck-Institut für Polymerforschung mit seiner Forschungsausrichtung weltweit einzigartig. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem In- und Ausland arbeiten im Rahmen der Grundlagenforschung an der Herstellung und Charakterisierung von Polymeren und der Untersuchung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften. Anfang 2013 sind insgesamt 551 Personen am MPI-P beschäftigt: Die Belegschaft setzte sich aus 112 Wissenschaftlern, 173 Doktoranden und Diplomanden, 71 Gastwissenschaftlern und 195 technischen und Verwaltungsangestellten sowie Hilfskräften zusammen.

 
loading content
Zur Redakteursansicht