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Komplexe Forschung unterhaltsam auf den Punkt gebracht: Doktorand gewinnt Science Slam

15. März 2017

Bereits dreimal platzierte sich der Physiker und Doktorand am Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P), Jens Wehner, mit seinem Beitrag „Dissoziation von Zweiteilchenanregungen – wie man Paare auseinander bringt“ bei den Science Slam-Veranstaltungen in Mannheim, Wiesbaden und Bonn. Am 15. März 2017 tritt er beim Famelab, dem Internationalen Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation in Karlsruhe, an.
Die Analogie zwischen Elektronenlochpaaren und Mann-Frau-Paaren zeigt, wie die Bindung zwischen den Partnern geschwächt werden kann. Bild vergrößern
Die Analogie zwischen Elektronenlochpaaren und Mann-Frau-Paaren zeigt, wie die Bindung zwischen den Partnern geschwächt werden kann. [weniger]

Seine Forschungsthemen vor einem fachfremden Publikum unterhaltsam und präzise zu erklären, darum geht es bei einem Science Slam. In jeweils zehnminütigen Präsentationen stellen die Teilnehmer auf der Bühne ihre Wissenschaft vor – oft unterstützt von Zeichnungen, Videos oder Bildern. Jens Wehners Vortrag hat dabei das Publikum so sehr begeistert, dass er im Januar 2017 den ersten Platz beim Science Slam in Mannheim gewann und ebenfalls die vorderste Platzierung im Februar in Wiesbaden erhielt. Bei seinem Auftritt während des Bonner Science Slams am 7. März räumte er die zweitbeste Platzierung ein.

In seinem Slam stellt Wehner eine Analogie zwischen seiner Forschungsarbeit zu Elektronenlochpaaren in Solarzellen und Mann-Frau-Paaren dar. Konkret gibt er seinen Zuhörern Tipps, wie sich Beziehungen am besten wieder auflösen – mit anschaulichen Beispielen aus der theoretischen Physik: Wenn ein Lichtteilchen, auch Photon genannt, auf eine Solarzelle trifft und von dieser aufgenommen wird, entsteht ein Elektronenlochpaar. Besonders bei organischen Solarzellen, die vor allem aus Kohlen-, Wasser- sowie etwas Stick- und Sauerstoff bestehen, binden sich die Paare sehr stark und können nicht mehr durch thermische Energie aufbrechen. Nur mithilfe von speziellen Molekülen, den Fullerenderivaten, spalten sich die Paare wieder. Die freien Elektronen und Löcher wandern dann zu den Elektroden der Solarzelle und erzeugen somit elektrischen Strom. Als Doktorand am MPI-P berechnet Wehner, wie sich die Elektronenlochpaare bewegen und warum sie sich durch die Fullerene trennen lassen.

Jens Wehner beim Science Slam in Wiesbaden. Bild vergrößern
Jens Wehner beim Science Slam in Wiesbaden.

Als nächstes tritt der Wissenschaftler beim Famelab in Karlsruhe am 15. März 2017 an, um sein Publikum erneut zu begeistern, allerdings unter geänderten Bedingungen. Denn im Gegensatz zu einem Science Slam hat er hier nur drei Minuten Zeit für seine Darbietung und darf keine Präsentationsfolien als Hilfsmittel verwenden. Der von der Jury gekürte Gewinner erhält ein Preisgeld und qualifiziert sich für die Teilnahme am Famelab Germany Finale in Bielefeld.

 
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