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Girls' Day 2017

4. Mai 2017

Wie sieht der Arbeitsalltag am Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) aus? Woran arbeiten die Wissenschaftlerinnen, Laborantinnen oder Ingenieurinnen aktuell und wie gelang ihnen der Einstieg in die Welt der Wissenschaft? Antworten auf diese Fragen erhielten die 20 Teilnehmerinnen im Alter von zwölf bis 15 Jahren während des Girls‘ Day, am 27. April 2017.

Die Schülerinnen durchliefen am Girls‘ Day des MPI-P vier verschiedene Workshops und konnten so einen umfassenden Blick hinter die Kulissen der zahlreichen Forschungsbereiche des Instituts werfen. Ausgestattet mit Kittel und Schutzbrille schnupperten die Mädchen Laborluft in der Polymeranalytik, lernten die Funktionsweise von Superabsorbern kennen und wissen nun, was sich hinter dem Begriff Superhydrophobizität verbirgt.

<p>Teilnehmerinnen des Girls‘ Day 2017 am MPI-P bauen eine farbstoffsensibilisierte Solarzelle aus Brombeersaft © MPI-P</p> Bild vergrößern

Teilnehmerinnen des Girls‘ Day 2017 am MPI-P bauen eine farbstoffsensibilisierte Solarzelle aus Brombeersaft © MPI-P

In einem weiteren Workshop bauten die Schülerinnen zudem mit Brombeersaft eine farbstoffsensibilisierte Solarzelle, die mithilfe des dunklen Farbstoffs der Frucht Licht in Strom umwandelt. Dafür zerkleinerten die Girls‘ Day-Teilnehmerinnen zuerst eine Brombeere, um in dem Beerenmus ein Glasplättchen einzulegen. Dessen Titanoxid-Beschichtung nahm nach einer kurzen Wartezeit den Farbstoff der Brombeere auf. In der Zwischenzeit trugen die Schülerinnen mithilfe eines Bleistifts eine Graphitschicht auf ein weiteres Glasplättchen auf. Dieses verfügt über eine leitfähige und eine durchsichtige Beschichtung. Beide Plättchen klemmten die Mädchen mithilfe von Büroklammern aufeinander, wobei sie zuvor von der eingelegten Glasplatte das überschüssige Beerenmus mit Ethanol abspülten. Um die Mini-Solarzelle fertigzustellen, gaben die Mädchen im letzten Schritt noch eine Elektrolydlösung zwischen die zusammen geklemmten Glasplatten. Zum Schluss überzeugten sich die Schülerinnen von der Funktionsfähigkeit der Solarzelle: Angeschossen an ein Amperometer schlug der Zeiger tatsächlich aus, als sie mit einer Lampe Lichtstrahlen auf die Zelle lenkten.

Angelehnt an die zahlreichen Versuchsreihen des Instituts zeigt das Solarzellen-Experiment, wie wichtig ein interdisziplinärer Ansatz in der Forschung ist und wie dieser am MPI-P umgesetzt wird. Nur im Team mit unterschiedlichen Experten aus beispielsweise der Chemie, Physik, Biologie und den Ingenieurwissenschaften lassen sich komplexe Fragestellungen in der Grundlagenforschung beantworten. Mit dieser Erkenntnis und viel Inspiration für die Studienfach- und Berufswahl endete der Girls‘ Day 2017 am MPI-P.

Bundesweit findet der Girls‘ Day seit 2001 jährlich im April statt. 2017 beteiligten sich über 25 Max-Planck-Institute an der Initiative zur Förderung von Mädchen in Naturwissenschaft und Technik. Der Mädchenzukunftstag wird unter anderem unterstützt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 
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