Herausragende Forschung gewürdigt

Max-Planck-Medaille für Kurt Kremer

19. November 2025

Die Max-Planck-Medaille ist die höchste Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) für theoretische Physik. Im Jahr 2026 geht diese an Prof. Kurt Kremer, wie die DPG am 13.11.2025 bekannt gab. Kurt Kremer wird damit für seine Beiträge zur numerischen Simulation von Polymeren ausgezeichnet.

Wie simuliert man Polymere? Dies ist die zentrale Frage, mit der sich Kurt Kremer, ehemaliger Direktor am MPI-P, beschäftigt. Für seine Forschung und die Entwicklung neuer Simulationsmethoden wurde Kremer nun mit der Max-Planck-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) ausgezeichnet. Diese ist die höchste Auszeichnung der DPG für theoretische Physik.

Mit zwei Simulationsmodellen hat Kremer die methodische Grundlage geschaffen, das Verständnis der Physik von Polymeren maßgeblich voranzutreiben, und hierbei weltweit neue Standards gesetzt. Zum Einen handelt es sich um das von ihm gemeinsam mit Gary Grest entwickelte Kremer-Grest-Modell aus der Klasse der Kugel-Feder-Modelle. Es ist heute eines der am häufigsten eingesetzten Werkzeuge in der theoretischen Polymerforschung. Es bildet die wichtigsten mechanischen und dynamischen Eigenschaften unterschiedlichster Polymere realistisch ab, ohne dabei so rechenintensiv zu sein wie detaillierte atomare Simulationen. Dieses Modell ist auch die Basis für die Entwicklung von systematischen Multiskalen- und Vergröberungsverfahren, wozu Kremer in der Folge entscheidende Beiträge geliefert hat. Quantitative Vorhersagen für Eigenschaften von realen Materialen wurden in vielen Fällen damit überhaupt erst möglich. Forschende können damit z.B. verschlungene Polymerketten in großer Zahl untersuchen und deren Verhalten – wie etwa Elastizität – zuverlässig vorhersagen.

Das zweite Modell ist das Bondfluktuationsmodell, das auf Monte-Carlo-Simulationsverfahren auf einem diskreten Gitter beruht. Es ermöglichte sehr effiziente Algorithmen zur Simulation von Polymerdynamik insbesondere auf Vektorrechnern, die das Zeitalter der Supercomputer einläuteten.

Mit diesen beiden Modellierungsansätzen hat Kurt Kremer das Fundament dafür gelegt, dass Polymere heute am Computer so zuverlässig untersucht werden können. Seine Arbeiten ermöglichen es Wissenschaft und Industrie, neue Materialien gezielt zu simulieren.

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