Otto-Hahn-Medaille für Oskar Sachnik
Oskar Sachnik, ehemaliger Doktorand am Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) im Arbeitskreis von Prof. Paul Blom, hat am 17. Juni die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft erhalten. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft verliehen.
Oskar Sachnik, ehemaliger Doktorand aus dem Arbeitskreis von Paul Blom, erhielt die renommierte Nachwuchsauszeichnung im Rahmen der Jahrestagung der Max-Planck-Gesellschaft in Frankfurt.
Die Otto-Hahn-Medaille ist eine bedeutende Nachwuchsauszeichnung für Wissenschaftler*innen in Deutschland und würdigt jährlich herausragende Dissertationen in den Forschungsinstituten der Max-Planck-Gesellschaft. Seit 1978 werden bis zu 30 junge Forschende pro Jahr für ihre exzellenten wissenschaftlichen Leistungen ausgezeichnet. Die Medaille ist mit 7.500 Euro dotiert und wird im Rahmen der jeweils folgenden Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft verliehen.
Oskar Sachnik erhielt die Auszeichnung für seine herausragende Dissertation am Max-Planck-Institut für Polymerforschung. Seine Arbeit mit dem Titel „Optimizing OLED performance through molecular engineering“ hat er im Dezember 2024 mit der Bestnote summa cum laude abgeschlossen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung organischer Leuchtdioden (OLEDs) durch gezielte molekulare Struktur- und Materialoptimierung.
Die ausgezeichnete Dissertation greift eine seit Jahrzehnten bestehende zentrale Herausforderung der OLED-Forschung auf. Bereits Anfang der 1990er Jahre eröffnete die Entwicklung organischer Leuchtdioden (OLEDs), die aus Lösungen hergestellt werden können, die Vision gedruckter Displays und damit potenziell drastisch reduzierter Herstellungskosten. Diese erwartete „Revolution“ blieb jedoch lange aus, da frühe, sehr einfache OLED-Strukturen mit nur einer emittierenden organischen Schicht zwischen zwei Elektroden, nicht ausreichend effizient waren. Ursache hierfür waren insbesondere Defekte in der organischen Halbleiterschicht, die zu Verlustprozessen führten.
Um diese Limitierungen zu umgehen, basieren moderne OLEDs heute häufig auf komplexen, vakuumprozessierten Multischichtarchitekturen mit sieben bis acht funktionellen Schichten und bis zu zehn verschiedenen organischen Materialien, um die notwendige Effizienz für kommerzielle Anwendungen zu erreichen. Diese Struktur ist jedoch aufwendig,kostspielig und stellt ein wesentliches Hindernis für großflächig gedruckte OLED-Technologien dar.
Die Arbeit von Oskar Sachnik adressiert genau diese fundamentale Problematik. Ihm gelang es, einen entscheidenden Durchbruch bei der Herstellung eines defektfreien organischen Halbleiters mit großer Bandlücke zu erzielen. Damit konnte er erstmals eine einschichtige OLED realisieren, in der jedes injizierte Elektron in ein Photon umgewandelt wird, was einer internen Quantenausbeute von 100 % entspricht. Ein derart hoher Wirkungsgrad in einer einzigen Schicht galt in der OLED-Community bislang als nicht erreichbar.












