Interfaces
Grenzflächen sind ein Eckpfeiler der Forschung und Innovation am Max Planck Institut für Polymerforschung. Ob in biologischen Umgebungen, wässrigen Systemen oder an Elektroden – Schnittstellen beeinflussen die molekulare Erkennung, Selbstorganisation, den Transport, den Energieaustausch und die katalytische Aktivität, womit sie das Verhalten sowohl von Materialien als auch von lebender Materie maßgeblich bestimmen.
Wässrige Grenzflächen erhalten besondere Beachtung, wobei die Untersuchungen von der molekularen Strukturierung von Wasser und Ionen bis hin zu den emergenten Phänomenen bei Benetzung, Adhäsion und Tropfenbeweglichkeit reichen. Durch den Einsatz modernster Spektroskopie, multiskaliger Simulationen und der Manipulation komplexer Flüssigkeiten erhellen die Forscherinnen und Forscher, wie Grenzflächen-Wasser und gelöste Stoffe Wechselwirkungen, Assemblierungsvorgänge und molekularen Transport vermitteln. Diese Studien liefern essenzielles Wissen für die Entwicklung neuartiger Materialien, die gezielt für Gesundheits-, Energie- und Umweltanwendungen konzipiert werden.
Die Grenzflächenforschung am Max Planck Institut für Polymerforschung umfasst auch organische und hybride elektronische Materialien, bei denen die Kontrolle über Elektrodenoberflächen Fortschritte in der Energieumwandlung, Sensortechnologien und molekularen Elektronik ermöglicht. Darüber hinaus offenbaren Zellmembranen, Proteinassemblagen und andere biologische Grenzflächen das feine Zusammenspiel von Molekülen in biologischen oder biomimetischen Systemen, was weitreichende Implikationen für Diagnostik, Therapeutik und Biosensorik birgt.
Interdisziplinäre Ansätze verbinden Polymerchemie, Physik, Biologie und Materialwissenschaften, um die drängendsten Fragestellungen an Grenzflächen anzugehen. Durch die Übertragung molekularer Erkenntnisse in skalierbare, funktionale Materialien treibt das Max Planck Institut für Polymerforschung Fortschritte in nachhaltigen Technologien, medizinischen Innovationen und Energiesystemen voran, was den Ruf des Instituts als weltweit führende Einrichtung im Bereich der Grenzflächenforschung festigt. Die zukünftigen Bemühungen werden neue Konzepte für adaptive Oberflächen, wasserbasierte Technologien, intelligentere Polymere und molekulare Systeme hervorbringen, die in der Lage sind, ihre Umgebung zu erfassen und darauf zu reagieren, und so durch zielgerichtete Forschung und Zusammenarbeit realen gesellschaftlichen Nutzen liefern.
