Dr. Giulia Lavarda
Giulia Lavarda erwarb 2012 ihren Bachelor of Science in Chemie und 2014 ihren Master of Science in Chemie an der Universität Padua (Italien). Anschließend wechselte sie an die Autonome Universität Madrid (Spanien), wo sie unter der Betreuung von Prof. Tomás Torres ihren Doktortitel in Organischer Chemie erwarb. Ihre Doktorarbeit befasste sich mit der Synthese und Untersuchung von schalenförmigen Aromaten für die Umwandlung von Sonnenenergie. Während dieser Zeit absolvierte sie Forschungsaufenthalte in den Laboren von Prof. A. Osuka an der Universität Kyoto (Japan) und Prof. D. M. Guldi an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Deutschland). Im Jahr 2021 trat sie als Marie-Skłodowska-Curie-Postdoktorandin in die Gruppe von Prof. E.W. (Bert) Meijer an der Technischen Universität Eindhoven (Niederlande) ein. Dort untersuchte sie den Aufbau und die optoelektronischen Eigenschaften von photoaktiven supramolekularen Polymeren. Seit Februar 2025 ist sie Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz, wo sie sich in ihrer Forschung auf chirale supramolekulare Systeme mit optoelektronischen Funktionen konzentriert.
Forschungsinteressen
Foto- und elektroaktive organische Materialien bieten eine leistungsstarke Plattform, um die Effizienz der natürlichen Energieumwandlung nachzuahmen. In diesen Systemen ergibt sich die Leistungsfähigkeit aus einer Kombination von intrinsischen molekularen Eigenschaften und supramolekularer Organisation. Das Verständnis der Wechselwirkung zwischen Struktur, Aufbau und Eigenschaften ist daher von zentraler Bedeutung für die Weiterentwicklung der organischen Optoelektronik. In diesem Zusammenhang stellt die Chiralität ein weitgehend unerforschtes Konstruktionsprinzip dar, das in der Lage ist, den supramolekularen Aufbau zu steuern und das optoelektronische Verhalten zu modulieren. In unserer Gruppe versuchen wir zu klären, wie Asymmetrie von molekularen Bausteinen auf höhergeordnete Assemblierungen übertragen und verstärkt wird und wie Chiralität den Energie-, Ladungs- und Spintransport in supramolekularen Systemen beeinflusst. Um diese Fragen zu beantworten, kombinieren wir Werkzeuge aus der synthetischen organischen Chemie, der supramolekularen Chemie und der physikalischen Chemie und nutzen supramolekulare Polymere als vielseitige Modellplattform. Mit diesem multidisziplinären Ansatz wollen wir Designprinzipien aufdecken, die Chiralität nutzen, um die Leistung von optoelektronischen Materialien der nächsten Generation und nachhaltigen photokatalytischen Systemen zu verbessern.
Publikationen
