Dr. Ingo Lieberwirth
Ingo Lieberwirth studierte Physik an der TU Dortmund und promovierte an der Technischen Universität Eindhoven in der Gruppe von Prof. Piet Lemstra. Seine Arbeit beschäftigte sich mit der orientierungsinduzierten Kristallisation von Polymeren. Im Anschluss an die Promotion trat er der Gruppe von Prof. Gerhard Wegner am MPI-P bei. Bei einem Forschungsaufenthalt an der Kyoto Universität in 2003 arbeitete er in der Arbeitsgruppe von Prof. Seiji Isoda zur Strukturaufklärung der Selbstorganisation von Polyelektrolyten mittels Kryo Elektronenmikroskpie. In 2006 übernahm er die Leitung der Elektronenmikroskopie am MPI-P und baute diese im weiteren Verlauf zu einer leistungsfähigen Core-Facility aus. Insgesamt umfasst diese nun 2 Raster- und 3 Transmissionselektronenmikroskope, sowie Präparationslinien für Kryo-Elektronenmikroskopie und für die Präparation von Zellen.
Forschungsinteressen
Es gibt viele Forschungsbereiche mit gemeinsamen Berührungspunkten in Materialwissenschaft und Biologie. Genau an dieser Grenzfläche liegen unsere Forschungsinteressen, die wir vorwiegend mit elektronenmikroskopischen Methoden adressieren. Wenn Nanopartikel mit biologischen Medien in Kontakt kommen, adsorbieren instantan eine Vielzahl von Proteinen auf diesen Nanopartikeln und verändern damit deren chemische Identität. Es bildet sich eine Proteincorona. Mit elektronenmikroskopischen Methoden untersuchen wir einerseits die Wechselwirkung zwischen Nanopartikel und Protein und andererseits deren Endozytose. Für diese Untersuchung übertragen wir die elektronenmikroskopischen Methoden aus der strukturellen Biologie auf unsere materialwissenschaftlichen Fragestellungen. Wir nutzen hierfür Single Particle Analysis Methoden, eigentlich entwickelt zur 3D Rekonstruktion von Proteinstrukturen.
In gleicher Weise nutzen wir diese Methoden auch für die Aufklärung von selbstorganisierenden, kurzen synthetischen Peptidstrukturen. Die Selbstorganisation führt zur Bildung von sehr definierten Fasern, deren atomarer 3D Struktur wir mittels elektronenmikroskopischer Methoden rekonstruieren können.
