Wissenschaft als Kunst

"Science as Art"-Preis für Mengyuan Li

20. Dezember 2013

Die Naturwissenschaften wenden ästhetische Kriterien nicht nur auf Formeln und Lösungen an. Der "Science as Art"-Preis der Materialwissenschaftlichen Gesellschaft (MRS) der USA ging an Mengyuan Li, Nachwuchsforscherin am Max-Planck-Institut für Polymerforschung. Sie präsentierte ihre Fotografie mit dem Titel "Falling Stars" auf der MRS-Herbstkonferenz, die vom 1. bis 6. Dezember in Boston, Massachusetts stattfand. Die Teilnehmer konnten während der Konferenz entscheiden, welches der 125 Bilder ihnen am meisten zusagte. Sie votierten in der Mehrzahl für Mengyuan Lis Aufnahme von Polymerkristallen unter dem Polarisationsmikroskop.

Das Gewinnerbild "Falling Stars"

Li arbeitet als Doktorandin im Arbeitskreis von Direktor Paul Blom unter der Anleitung von Projektleiter Dago de Leeuw an organischen ferroelektrischen Polymeren für Speicheranwendungen. Diese ferroelektrischen Eigenschaften, die nur bei Kristallen auftreten, sind für die Verwendung als Speicher ausschlaggebend. Basis dafür sind mikroskopisch dünne Filme aus Polymeren, die Mengyuan Li mit verschiedenen Herstellungsverfahren präpariert und deren Merkmale sie untersucht. 
Die organische Elektronik oder Plastik-Elektronik, wie Mengyuan Li das Forschungsfeld nennt, hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung erfahren. Neue Anwendungen wie tragbare Chips für mobile Patientenbetreuung oder intelligente Lebensmittelverpackungen, die das Verfallsdatum berechnen können, verlangen einen programmierbaren, permanenten Speicher. Den Mainzer Wissenschaftlern um Paul Blom und Dago de Leeuw hatten bereits mehrere Durchbrüche im Bereich der Entwicklung von Kunststoffspeichern: Ihnen gelang bereits die Entwicklung eines ferroelektrischen Transistors und einer ferroelektrischen Diode aus organischen Stoffen. Der zukünftige Bedarf sei hoch, so Mengyuan Li, und gebe die Forschungsthemen vor. Massentauglich verarbeitbare Kristalle mit ferroelektrischem Verhalten sind gefragt.

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