Doktorarbeit - Aufbau eines schnellen Reflektions-Interferenzmikroskops zum Verständnis dynamischer Benetzung

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Stellenangebot vom 28. Juni 2021

Kontext: Wolfgang Pauli (1900-1958) soll gesagt haben: „Gott schuf das Volumen, der Teufel die Oberfläche.“ In diesem Sinne sind Dreiphasenkontaktlinien eine noch größere Heraus­forderung. An Kontaktlinien trifft eine feste Oberfläche auf den Rand eines Tropfens. Wir gehen also von drei auf eine Dimension. Bis heute ist nicht klar, wie Tropfen sich über Oberflächen bewegen. Dabei ist dieser Vorgang alltäglich (z.B. Tropfen auf Brillengläsern, Autoscheiben) und wichtig für technische Anwendungen (z.B. Trinkwassergewinnung, Wärmetauscher). Schlüssel zum Verständnis ist die rückwärtige Kontaktlinie.

Aufgabe: Im Rahmen der Doktorarbeit soll ein schnelles Reflektions-Interferenzmikroskop zur Beobachtung der rückwärtigen Kontaktlinie eines bewegten Tropfens aufgebaut werden. Ortsauflösung: 400 nm lateral, 50 nm vertikal. Angestrebte Bildrate: 400 kHz. Das ist nicht nur technisch eine Herausforderung, sondern auch Eine in Bezug auf die Bildspeicherung und -verarbeitung. Die Arbeit umfasst den Aufbau des Mikroskops, Optimieren der Ort- und Zeitauflösung, Durchführen und Auswerten systematischer Experimente, Veröffentlichung und gegebenenfalls weitere Verwertung der Resultate.

Langfristig sollen mit dem Gerät zentrale Fragen zur dynamischen Benetzung von Oberflächen geklärt werden. Bewegt sich die Kontakt­linien gleichförmig oder sprunghaft? In anderen Worten: Bis zu welcher Längenskala ist die Bewegung einer Kontaktlinie im Fließgleichgewicht? Bleiben transiente Nano- oder Mikrotropfen auf der Oberfläche zurück? 

Gesucht: Wir suchen eine/n ausgezeichnete/n Physiker/In oder Maschinenbauer/In (beides m/w/d) mit Interesse an schneller Mikroskopie und mit Programmierkenntnissen. Wir erwarten die aktive Teilnahme an Gruppenseminaren und die Bereitschaft, mit anderen Mitgliedern der internationalen Arbeitsgruppe zusammen zu arbeiten.

Team/Infrastuktur: Die Arbeit erfolgt im Team, finanziert durch das ERC Advanced Grant „DYNAmic charging at MOving contact lines“. Wir bieten eine gute Ausstattung sowie kompetente, engagierte Betreuung und Perspektive. Bezahlung: 65% E13 auf einer zunächst für drei Jahre befristeten Stelle.

Die Max-Planck-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter sind ausdrücklich erwünscht.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?  Dann freuen wir uns auf Ihre Online-Bewerbung unter dem Stichwort “Interferenzmikroskop”an/unter:

dehoogh@mpip-mainz.mpg.de
Sekretariat Prof. H.-J. Butt, Ackermannweg 10, 55128 Mainz, Germany

Ansprechpartner bei Rückfragen:
Dr. Kaloian Koynov (konyov@mpip-mainz.mpg.de)
Prof. Hans-Jürgen Butt (butt@mpip-mainz.mpg.de)

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