Prof. Dr. Hans-Jürgen Butt

Hauptforschungsinteressen

Hans-Jürgen Butt untersucht die Struktur und Dynamik von Grenzflächen. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Strukturveränderungen, Dynamik und den treibenden Kräften besser zu verstehen. Hauptthemen sind Grenzflächenkräfte und Benetzung, insbesondere die Benetzung superamphiphober Oberflächen. Seine Gruppe untersucht Flüssigkeiten, die intern auf verschiedenen Längenskalen strukturiert sind, wie z.B. Polymerschmelzen, Lösungen, Dispersionen oder Emulsionen. Zu den verwendeten Methoden gehören Rastersondentechniken, konfokale Mikroskopie, fokussierter Ionenstrahl, Mikrorheologie, Licht- und Röntgenstreuung. Um die Bandbreite der zugänglichen Längen- und Zeitskalen zu erweitern, werden laufend neue Methoden entwickelt. Unser Ziel ist es, grundlegende Fragen zu lösen, mit der Perspektive zukünftiger Anwendungen.

  • Benetzung und Super-Flüssigkeitsabweisung
  • Struktur und Dynamik an flüssigen Grenzflächen
  • Oberflächenkräfte
  • Rastersonden-Mikroskopie
  • Röntgenanalyse von Grenzflächen
  • Polymer und Wasser auf begrenztem Raum
  • Kolloide und körniges Material
  • Lichtempfindliche Materialien

Kurzer Lebenslauf

Hans-Jürgen Butt wurde 1961 in Hamburg geboren. Von 1980 bis 1986 studierte er Physik in Hamburg und Göttingen. Nach seiner Diplomarbeit in Hochenergiephysik zog er nach Frankfurt, um dort in der Gruppe von Ernst Bamberg am Max-Planck-Institut für Biophysik zu promovieren. Im April 1989 verteidigte er seine Dissertation über den lichtinduzierten Protonentransport von Bacteriorhodopsin.

Danach verbrachte er ein Jahr als Postdoc in Santa Barbara, Kalifornien, bei Paul Hansma. Zurück in Deutschland, am Max-Planck-Institut für Biophysik, untersuchte er 1990 biologische Objekte und Oberflächenkräfte mit dem Rasterkraftmikroskop. Er habilitierte sich 1995 im Fach Biophysikalische Chemie.

Im Jahr 1996 ging er als außerordentlicher Professor an das Institut für Physikalische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im Jahr 2000 kam er als ordentlicher Professor für Physikalische Chemie an die Universität Siegen.

2002 erhielt er einen Ruf vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung. Seitdem leitet er als Direktor die Gruppe für Experimentelle Physik der Grenzflächen. Die Gruppe betreibt Grundlagenforschung über die Struktur und Dynamik von Grenzflächen weicher Materie. Ziel ist es, Prozesse an Grenzflächen quantitativ zu beschreiben.

Hans-Jürgen Butt ist Präsident von IACIS (Internationale Vereinigung von Kolloid- und Grenzflächenwissenschaftlern).

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